Alternative

Lateinisch alternus = abwechselnd, wechselweise; bedeutet die Wahlmöglichkeit zwischen zwei sich ausschließenden Optionen, z.B. links oder rechts, ja oder nein, an oder aus usw.; nicht verwechseln mit Möglichkeiten und Varianten. Synonym zu Option.

Analyse

Allgemeiner Begriff für eine systematische Untersuchung, bei der das zu untersuchende Objekt / Subjekt in seine Bestandteile zerlegt wird, um anschließend geordnet, untersucht und ausgewertet zu werden.
In einem konstruktivistischen Coachingverständnis bildet der Coach ausschließlich Hypothesen, der Coachee analysiert sich selbst.
Analytisch bedeutet zergliedernd oder logisch, systematisch; Gegenwort ist synthetisch.

autonom

Möglichkeit, sich ohne gewollten Einfluss von außen selbst organisieren zu können.

Autopoiesis

Altgriechisch auto = selbst und poisies = schaffen, bauen; neurobiologischer Begriff, von HUMBERTO MATURANA in den Konstruktivismus eingeführt. Er bezeichnet den Prozess der Selbsterschaffung und Selbsterhaltung eines Systems; die Umwelt hat auf autopoietische Systeme (außer deren Zerstörung) keinen direkten Einfluss, da autopoietische Systeme in sich (operativ) geschlossen sind.

autoritär

Aus der Deutung / der Macht der eigenen Person heraus begründetes Handeln.

Axiom

Ein Axiom ist ein Grundsatz, der als „wahr“ angenommen wird. Als wissenschaftlicher Begriff stellt ein Axiom einen Ausgangspunkt einer Theorie dar.

Axiomatik

Wissenschaftlicher Begriff für die Gesamtheit der als wahr angenommenen Grundsätze / Axiome.

Begabung

Themenspezifische individuelle Ressource, die sich in einem konkreten Kontext als vorteilhaft unterscheiden lässt.

Coachkompetenz

Synonym für die Handlungskompetenz eines Coach, die sich darin ausdrückt, dass ein Coach den Sinn des Kontextes Coaching, sowie Unterschiede zu anderen Kontexten erkannt hat und im Coaching die Koordination aller persönlichen Ressourcen selbstgesteuert in einem situativ-individuellen Handeln realisiert.

Denotation

Meint über einen Begriff deutungsfrei (ausschließlich faktenorientierte, neutrale Bedeutung, Grundbedeutung, den inhaltlichen Kern eines Wortes) Übereinstimmung mit Anderen zu haben.

Im Sinne von Paul Watzlawick handelt es sich um die Wirklichkeit erster Ordnung.

Emotion

von lateinisch emovere = erschüttern, aufwühlen und dem Partizip motus = Motor. Emotion bedeutet starke innere Bewegung, Gemütsbewegung; ein psychologischer Prozess mit subjektiven Gefühlserleben und Änderung der Verhaltensbereitschaft.

Ethik

von griechisch éthiké = Ethik, verstanden als Moralphilosophie. Ethik versucht als philosophische Disziplin die Frage zu beantworten, wie man handeln soll. Sie erarbeitet Kriterien richtigen, gerechten, tugendhaften, nützlichen und guten Handelns und gelingenden und beglückenden Lebens (in einem Kontext).

Feedback

von englisch feed = füttern, nähren und back = zurück; die zeitnahe Rückmeldung einer Wahrnehmung oder die Beurteilung von etwas nach einem allen Beteiligten verfügbaren Maßstab. Rückmeldungen sind Voraussetzung für die Entwicklung von Kompetenz. Aus dem Vergleich der Rückmeldung mit der Selbstwahrnehmung des eigenen Verhaltens werden Veränderungen im eigenen Verhalten abgeleitet.

Führung

  1. klassische Deutung: Einwirken auf Ergebnisse.
  2. systemische Deutung: Interessenausgleich zwischen eigenen Interessen, den Interessen der Mitarbeiter/Kollegen und den Interessen des Unternehmens.

Futur 1

Zeitform. Handlung liegt in der Zukunft und bezeichnet einen Verlauf.
Beispiel : Ich werde am Montag eine Besprechung leiten.

Futur 2

Die Zeitform beschreibt eine in der Zukunft abgeschlossene Handlung. Der Zeitpunkt der Handlung ist in der Zukunft schon Vergangenheit. Futur 2 wird daher auch „vollendete Zukunft“ genannt.
Beispiel : Ich werde am Dienstag eine Besprechung geleitet haben.

geschlossene Frage

Art einer Frage mit der Absicht, eine Entscheidung auszulösen.
Beispiel : Wollen Sie die Besprechung am Montag oder am Dienstag durchführen?

Handlungsalternative

Im Coaching ist als Handlungsalternative ein konkretes Tun/Handeln/Agieren zu verstehen, dass für die Zielerreichung durch den Coachee realisiert wird. Dieses Tun steht im Gegensatz (Alternative) zu seinem bisherigen Handeln.

Handlungskompetenz

Bedeutet, den Sinn eines Kontextes, sowie Unterschiede zu anderen Kontexten zu erkennen und die Koordination aller persönlichen Ressourcen selbstgesteuert in einem situativ- individuellen Handeln zu realisieren.

Handlungslernen

Wissensaneignung, vom Lernenden aus gedacht. Lernen ist ein Prozess der Aneignung von Wissen und Fertigkeiten, Einstellungen und Haltungen in aktiver Auseinandersetzung mit der eigenen Erfahrung: Weder übernimmt man Gedanken von außen, verleibt sie sich einfach ein, noch passt sich ein Individuum einfach an die äußeren Verhältnisse an.

Heckhausen, Heinz

(24.03.26 – 30.10.88)

Deutscher Psychologe, war neben Franz Emanuel Weinert Gründer des Max-Planck-Institut für Psychologische Forschung in München und ab 1982 dessen Leiter; forscht über Prozesse der Handlungsmotivation sowie über Leistungsmotivation und entwickelte das erweiterte kognitive Motivationsmodell für die Anwendung in der Schule und in der Arbeitswelt sowie das Rubikon-Modell der Handlungsphasen vom Wechsel der Motivation zur Volition.

Hypothese

griechisch hypothesis = Unterstellung, Vermutung; allgemeiner Begriff für eine unbewiesene (wissenschaftliche) Annahme, die wahrscheinlich ist, aber noch eines Beweises bedarf; im Gegensatz steht die Spekulation, die nicht widerspruchsfrei und nicht mit dem allgemeinen Wissen übereinstimmt.

Hypothesenbildung im Coaching

Im Coaching bildet der Coach während Phase 1+2 des Prozesses Hypothesen, die seinem Coachee in Phase 3 helfen als abstraktes Angebot helfen sollen, (variable) Ressourcen zur Zielerreichung zu identifizieren.

Um einer erfahrungsbasierten, konstruktivistischen Deutung vorzubeugen, verwendet der Coach im systemisch-konstruktivistischen Coaching zur Hypothesenbildung einerseits nur wissenschaftlich überprüfbare Modelle, Theorien und Axiome. Andererseits versucht der Coach eigene Rückschlüsse in der Hypothesenbildung zu vermeiden, indem er ein vom Coachee ausgesprochenes Wort mit dem identischen (nicht durch den Coach gedeuteten) Wort in einer Theorie, Modell oder einem Axiom verbindet.

hypothetische Frage

Frageart mit der Absicht, den Befragten in den Zustand einer Annahme zu bringen und unter dieser Prämisse etwas zu bewerten.
Beispiel: Wenn du die Jobzusage bekommen würdest, wie würdest du dich dann entscheiden?

Intelligenz

Intelligenz ist eine individuelle ererbte und gelernte strukturelle, neuronale Ressource, die in einem Kontext die Qualität kognitiver, emotionaler oder psychomotorischer Entscheidungen beeinflusst.

Interaktion

lateinisch inter = innen, zwischen und actio = Handlung; bezeichnet das sich aufeinander beziehende soziale Handeln von wenigstens zwei sozialen Einheiten (Individuum / natürliche Person oder Organisation / juristische Person) mit dem Zweck, Werte zu vergleichen, abzustimmen und Handeln / Verhalten auszulösen.

Intervention

latein. intervenire = dazwischentreten, sich einschalten; Begriff aus der Pädagogik und bedeutet den direkten Eingriff in das Geschehen, um ein unerwünschtes Phänomen zu vermeiden oder zu beseitigen.

Allgemein wird im Coaching unter Intervention oft, ein „Dazwischengehen“ des Coachs verstanden mit der Absicht, eine bestimmte Wirkung auszulösen.

intuitiv

unbewusstes Entscheiden (aus dem Bauch heraus). Obgleich die Entscheidung selbst unbewusst ist, basiert sie doch auf einer emotionalen Bewertung und greift auf reflektiertes Erfahrungswissen zurück.

Kommunikationskontext

Vereinbarter Rahmen für Kommunikation, der die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt. Er ist Ergebnis der selbstgesteuerten Auseinandersetzung mit Gefühlen, Motiven, Bedürfnissen, Werten der eigenen Person und anderer Personen, sowie der Auseinandersetzung mit Unterschieden zu anderen Kontexten.

Kompetenz

Im Zusammenhang mit Lernen ist Kompetenz gleichbedeutend mit Handlungskompetenz.

Handlungskompetenz drückt sich dadurch aus, dass der Sinn eines thematischen Kontextes, sowie Unterschiede zu anderen Kontexten erkannt werden und alle persönlich verfügbaren Ressourcen selbstgesteuert so koordiniert werden, dass sie sich situativ in einem individuellen Handeln realisieren.

Kompetenz bezieht sich immer auf einen Kontext bzw. Thema. Erst wenn die Ansprüche, die der Kontext an einen stellt identifiziert und die eigenen Ressourcen bekannt sind, kann Handeln selbst so organisiert werden, dass Kompetenz möglich ist.

Kompetenz drückt sich im Transfergedanken des Lernziels aus und sie bedarf einer geeigneten Lernform, um sich zu entwickeln.

Konflikt

Konflikte sind Situationen, in denen voneinander abhängige Parteien versuchen, unvereinbare Ziele zu erreichen oder Handlungspläne zu verwirklichen. Kennzeichen ist eine emotionale Spannung.

Konfrontation

Gegenüberstellung einer anderen Deutung oder Faktenlage.

Im systemisch-konstruktivistischen Coaching stellt eine Konfrontation eine Rückmeldung des Coachs dar und darf aufgrund der Werteorientierung nur auf Fakten oder logischen Zusammenhängen basieren.

Konnotation

bezeichnet die Bedeutungszuschreibung für einen Begriff durch den Begriffsverwender. (In der Semantik, bedeutet Konnotation die Nebenbedeutung eines sprachlichen Ausdrucks – Wort-, Satz- oder Textkonnotationen). Konnotation entsteht durch den Konstruktivismus. Im Sinne von Paul Watzlawick handelt es sich um die Wirklichkeit zweiter Ordnung, Dies bedeutet m Sinne des Konstruktivismus: der Sprecher bestimmt die Bedeutung des Gesagten und der Hörer bestimmt die Bedeutung des Gehörten.

Konstruktivismus

Grundsätzlich ist er Ausdruck für eine wissenschaftliche Denk- und Erkenntnishaltung, die davon ausgeht, dass Wissen, Erkenntnisse, Vorstellungen und andere Inhalte nicht naturgegeben sind, sondern vom Menschen als erkennendes Subjekt konstruiert werden.

Kontext

komplexitätsreduzierter, individuell definierter und gedeuteter (konstruktivistischer) thematischer Bezugsrahmen, an dem sich das eigene Verhalten orientiert.

kontextbezogenes Faktenwissen

bezieht sich auf alle objektiven Fakten eines Kontextes. Dazu zählt die Arbeitszeit genauso wie der Arbeitsvertrag, die Betriebsvereinbarungen, das Gesellschaftsrecht, das Handelsrecht, die DIN-Normen usw.

Konzeption

umfassende Beschreibung eines Ziel-, Struktur- und Handlungssystems eines Themas in seinem Kontext als flexibel gehaltenes Realisierungsvorhaben. (Grundsätzliche Bearbeitungsstruktur mit erlaubten Freiheitsgraden in den konkreten Handlungssituationen).

Kreativität

allgemeiner Begriff für ein schöpferisches Vermögen, das sich im menschlichen Verhalten und Denken verwirklicht; sie ist das schöpferische Potenzial des Menschen, die Fähigkeit von gewohnten Denkschemata (analytisches Denken) abzuweichen, aus der Norm fallende Ideen (kognitiver Faktor) zu entwickeln und Werke zu gestalten.

Die Teilphase 4.1. des Coachingprozesses bedient sich der Kreativität indem der Coachee aus seinen in Phase 3 identifizierten Ressourcen Handlungen erschafft.

Lehren

Etymologische Herkunft von lernen. Bezeichnung für die Tätigkeit, jemanden anderen anzuleiten, um entweder eine Tätigkeit auszuführen oder um ihm Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, die vom Lernenden volkswirtschaftlich als Kapitalbildung angesehen werden kann.

Leitbild

… hat vier Funktionen:

  1. Orientierungsfunktion (Werte, Normen),
  2. Integrationsfunktion (Wir-Gefühl, sog. Corporate Identity),
  3. Entscheidungsfunktion (Riskmanagement),
  4. Koodinierungsfunktion (von Mitarbeitern, Führungskräften, Öffentlichkeitsarbeit

… hat folgendes Ziel:

  1. Vereinheitlichung und Überprüfbarkeit des Verhaltens der Personen im Unternehmen (sog. Corporate Behaviour).

Lernen

Etymologisch verwandtes Wort mit lehren und liste, was ursprünglich einer Spur nachgehen bedeutet. Aus lernpsychologischer Sicht wird Lernen als ein Prozess, der relativ stabilen Veränderungen des Verhaltens, des Denkens und/oder des Fühlens aufgrund von Erfahrungen oder neu gewonnenen Einsichten sowie des Verständnisses, aufgefasst. Lernen wird in der Regel in intentionales (absichtliches) Lernen und inzidentielles/implizites (beiläufiges) Lernen differenziert.

Lernformen

Lernformen sind die strukturellen Bedingungen für Lernen. Sie beschreiben, wie Lernen organisiert wird. Sprachlich bekannte Lernformen sind Coaching, Training, Schulung, Seminar, Workshop.

Die Wahl der Lernform orientiert sich an dem, was durch Lernen erreicht sein soll.

Ein Unternehmen hat verständliche Ansprüche an seine Mitarbeiter. Ist z.B. festgelegt, wie in bestimmten Situationen zu verfahren ist, kann eine Schulung geeignet sein. Soll ein konkretes Ergebnis eintreten hilft ein Training.

Entscheidend ist das Ziel. Trainings und Schulungen eigenen sich als Lernform nicht, wenn das Ergebnis offen ist.

Lernziel

Das Lernziel beschreibt den vom „Lehrer“ gewollten Zustand am Ende des Lernprozesses eines Lerners in einem konkreten thematischen Kontext.

Logik

Folgerichtigkeit des Denkens im Sinne von begründbar und nachvollziehbar.

Maslow, Abraham Harold

(01.04.08 – 08.06.70)

Maslow war ein US-amerikanischer Psychologe und gilt als einer der Gründerväter der Humanistischen Psychologie. Die von ihm entwickelte Maslowsche Bedürfnispyramide bildet eine Hierarchie menschlicher Bedürfnisse ab.

Menschenbild

in der philosophischen Anthropologie gebräuchlicher Begriff für die Vorstellung, das Bild, das jemand vom Wesen des Menschen hat. Insofern der Mensch Teil der Welt ist, ist das Menschenbild auch Teil des Weltbildes. Menschenbild wie Weltbild sind immer in eine bestimmte Überzeugung oder Lehre eingebunden, die jemand vertritt.

Methodik

bezeichnet die Nutzung wissenschaftlicher Methoden um etwas zu erreichen; der Gegensatz bildet intuitives und spontanes Handeln; pädagogischer Begriff für wissenschaftlich begründete Methoden des Lehren und Lernens.

Mission

beschreibt Werte und Normen, die das Verhalten Einzelner und Gruppen in einem spezifischen Themenkontext leiten und verlangen.

Modell

Ein Modell ist die Komplexität reduzierende und abstrakte Darstellung von Wirklichkeit.

Moral

lateinisch mos = Sitte, bezeichnet die Gesamtheit normativer Regeln, Werte, Tugenden, Ziele und Zwecke, die für ein Individuum, eine soziale Gruppe oder Gemeinschaft oder die Menschheit überhaupt faktisch gelten oder gelten sollen (Kontext Gesellschaft).

Motiv

Ein Motiv ist ein unspezifischer Beweggrund für ein Verhalten.

Motivation

ist die Energie, die durch eine kontextbezogene Anregung einer oder mehrerer Motive entsteht. Diese Energie mündet in Handlungen zur Verbesserung des psycho-biologischen Befindens.

Nachhaltigkeit

Ursprünglich stammt der Begriff aus der Forstwirtschaft und steht für die Bewirtschaftung und sinnvolle Nutzung der Ressourcen (Baum und Tanne usw.), so dass ein Wald sich „aus sich selbst heraus“ erneuert.

Im Coaching bedeutet der Begriff, dass der Coachee, auch nach dem Coaching, mithilfe des Coachingprozesses, „aus sich selbst heraus“, vergleichbare zukünftige thematische Veränderungen erfolgreich gestaltet.

Pädagogik

von griechisch paideia = Erziehung und agein = führen; wissenschaftlicher Begriff für die Lehre von der Erziehung; zerteilt in 1. theoretische Erziehungswissenschaft für die philosophischen Grundlagen, dem Sinn und Ziel der Erziehung sog. Didaktik und 2. in die praktische Pädagogik für die Untersuchung der bestmöglichen Methoden der geistigen und körperlichen Erziehung sog. Methodik; typische Begriffe sind Bildung und Erziehung, Lehren und Lernen, Sozialisation, Verhalten und Handlung.

Perturbation

lateinisch perturbare = durcheinander wirbeln; von Humberto Maturana eingeführter Fachbegriff um daraufhin zu weisen, dass Störungen auch positive Auswirkungen auf Systeme haben können; die Hamburger Schule verfolgt in ihrer Erklärungssystematik neben dem systemischen Ansatz auch den konstruktivistischen Ansatz, da es keine einzige Wahrheit gibt, sondern viele Aspekte zu berücksichtigen gibt. Synonym für Irritation.

pragmatisch

griechisch pragma = Sache; man eignet sich nur so viel Wissen an, wie zur Realisierung und Umsetzung benötigt wird.

Rat

auch Ratschlag;

Aufforderung zu einem Verhalten, das Besserung verspricht.

Reflexion

philosophischer Begriff für ein prüfendes und vergleichendes Nachdenken; pädagogischer Begriff für das Nachdenken über eine vergangene pädagogische Situation.

Im Coaching ist die Reflexion ein Synonym für die Ableitung von Erkenntnissen aus einem sprachlich-visuellem Angebot.

Ressourcen

franz. la ressource = Mittel, Quelle;

Im Coaching bezeichnet der Begriff Ressourcen die Gesamtheit der vom Coachee selbst identifizierten Mittel, die zur Zielerreichung zur Verfügung stehen. Dazu gehören in jedem Fall eigene Motive, Werte, Begabungen und die Werte der anderen am Coaching Thema Beteiligten.

Rubikon-Modell der Handlungsphasen

motivationspsychologisches Modell von Heinz Heckhausen bestehend aus folgenden vier Phasen:

  1. Phase des Abwägens,
  2. Phase des Planens,
  3. Phase des Handelns und
  4. Phase des Bewertens.

1. Phase des Abwägens

In der Abwägungsphase werden aus den vielen Wünschen die derzeit wichtigsten Wünsche extrahiert, bestimmend an den Ressourcen Zeit und Kontext, sog. gezielte Suche nach Informationen. Sinn und Zweck der Phase ist die Intentionsbildung bzw. Bestimmung eines Ziels oder einer Zwecksetzung. Das festgelegte Ziel kommt auf mehr oder weniger gründlichen Erwägungen durch möglicherweise „Kurzentschlossenheit“ via Entscheidung auf ein bestimmtes Ziel zustande, was nach Heckhausen „Schritt über den Rubikon“ heißt.

2. Phase des Planens

In der Planungsphase liegt der Fokus auf das Wie der Zielerreichung aus dem Was (Ziel) der Abwägungsphase. Die Motivation wird zur Volition verschoben, weil es um die willentliche und wissentliche Umsetzung / Realisierung der Zielintention geht. Die Planung umfasst nähere Spezifizierungen und Umstände der möglichen Umsetzung des Ziels via Implementierungsintention. Wenn mehrere Ziele miteinander konkurrieren setzt sich das dominanteste wegen verschiedener Faktoren durch.

3. Phase des Handelns

In der Handlungsphase liegt der Fokus auf der Aktion bzw. Handlungsinitiierung. Die eigene Handlung wir ausdauernd auf das Ziel ausgerichtet, wobei Ablenkungen unterbunden werden und Flexibilität im Handlungsverlauf bei auftretenden Schwierigkeiten erforderlich ist. Entscheidend für die Wahrscheinlichkeit und Geschwindigkeit der Realisierung ist die Volitions- (Willens) -stärke.

4. Phase des Bewertens

In der Bewertungsphase liegt der Fokus auf der Bewertung der Zielerreichung. Die Intention wird deaktiviert, so dass beurteilt wird, ob die Handlung ein Erfolg war (oder nicht) und ggf. Nachbesserungen erforderlich sind (oder nicht) bzw. das Ziel verändert werden muss (oder nicht), sog. Soll-Ist-Vergleich. Gleichzeitig wird der Zusammenhang von Erfolg und Misserfolg basierend auf dem Vergleich von motivationalen und volitionalen Aspekten beurteilt, sog. Kausalattribution.

Die Abfolge der Handlungsphasen ist eine idealtypische Vorstellung und existiert in der Realität sehr selten, da viele Handlungen ohne Abwägen und Planen erfolgen (sog. Gewohnheitshandlungen) oder die geistigen Tätigkeiten erfolgen gleichzeitig aufgrund paralleler Zielerreichung usw. oder man verfällt von einer späteren Phase in eine frühere Phase.

Schulung

Das Wort Schulung wird oft synonym zum Lehrgang verwendet. Beides dient der Erweiterung des faktischen Wissens bezogen auf ein Thema und dem praxisnahen Einüben vorher definierter Abläufe, die zur Erfüllung bestimmter Funktionen notwendig sind.

Eine Schulung endet damit, dass die Erreichung des Schulungsziels überprüft und mit einem Zeugnis beurkundet wird.

Schulungsteilnehmer können Gelerntes dann anwenden, wenn Schulung und tatsächliche Praxis weitestgehend übereinstimmen.

Selbstachtung

auch Eigenwert, Selbstwert, Selbstwertgefühl, Selbstkonzept;

psychologischer Begriff für den Eindruck oder die Bewertung, die man von sich selbst hat. Der Eindruck bezieht sich auf das äußere und das innere Bild mitsamt seiner Kompetenzen in jedem Kontext; Gegensatz ist die Fremdachtung.

Seminar

Ursprünglich entstammt der Begriff „Seminar“ der Hochschullandschaft. Im Gegensatz zur oft „trockenen“ Vorlesung kommen im Seminar auch Übungen, Gruppenarbeiten, Diskussionen zum Einsatz, die dem Erwerb von faktisch richtigem Wissen im Zusammenhang mit dem Seminarthema dienen.

Die Seminarteilnehmer entscheiden selber, ob wie und wo sie dieses Wissen später anwenden. Reflektion und Transfer sind keine Bestandteile von Seminaren.

Sitte

oder die Sitten sind die auf geschichtlicher Tradition, Brauch und Gewohnheit beruhenden, für eine kulturelle oder soziale Gemeinschaft faktisch als normativ geltenden Normen und Regeln, Werte und Tugenden, Ziele und Zwecke (in einem Kontext).

somatische Marker

Der Begriff wurde vom portugiesischen Neurowissenschaftler António R. Damásio entwickelt und drückt aus, dass der Körper (griechisch „Soma“ ) mit den Emotionen (Geist) interagiert und die Bewertung dieser Interaktion individuell körperlich (Marker) signalisiert.

Sozio-kommunikative Kompetenz

… ist das Vermögen, einen sozialen (Kommunikations-) Kontext zu vereinbaren, der die Interessen (Werte bzw. Erwartungen) aller Beteiligten bestmöglich berücksichtigt.
Voraussetzung dafür ist es einerseits, sich der eigenen Gefühle gegenüber anderen und der damit verbundenen BeWERTung bewusst zu sein. Andererseits ist eine (kontextbezogene) Auseinandersetzung mit den Gefühlen, Motiven, Werten, Erfahrungen der anderen im Unterschied zur eigenen Person notwendig, um daraus Entscheidungen zum Aufbau eines Kommunikationskontextes abzuleiten.

Strategie

Eine Strategie beschreibt eine optimale, grundsätzliche Vorgehensweise in einem thematischen Wertekontext zur Zielerreichung.

systemisch

Das Wort systemisch leitet sich aus dem griechischen sístima, „das Gebilde, Zusammengestellte, Verbundene“ ab.

Unter System wird allgemein eine Gesamtmenge von Elementen verstanden, die so interagieren, dass sie als eine aufgaben-, sinn- oder zweckgebundene Einheit angesehen werden können. System-Theorien versuchen die Interaktion anhand von Merkmalen zu strukturieren.

Im konstruktivistischen Coaching ist das System der, vom Coachee konstruktivistisch wahrgenommene Kontext seines Veränderungsthemas. Kurz: All das, was aus seiner Sicht mit seinem Thema „zusammenhängt“.

Die Wahrnehmung thematischer Zusammenhänge ist individuell unterschiedlich und hängt vom biologischen Wahrnehmungsvermögen (einschl. Intelligenz), von Erfahrungen und Emotionen ab.

Im Gegensatz zu System-Theorien, bei denen definierte Merkmale von einem Beobachter (konstruktivistisch) gedeutet werden, legt der Coachee im systemisch-konstruktivistischen Coaching die Merkmale seines Systems selber fest. Er entscheidet selbst, womit sein Thema zusammen hängt und welche Bedeutung die jeweiligen Zusammenhänge für sein Thema haben.

Taxonomie

Ordnungssystem zur Entwicklung von Lernzielen;

Im Lehr-Lernprozess geben Taxonomien den erwarteten Erreichungsgrad eines Lernziels an.

Taxonomiestufen

Der Begriff Taxonomiestufen ist traditionell in der Regel mit dem Namen Benjamin Bloom verbunden. Bloom hat für kognitive, affektive und psychomotorische Lernziele eigene Ausprägungen/Stufungen (Taxonomien) entwickelt. Zusammen ergeben sie 16 Stufungen. In der pädagogischen Praxis haben sie sich als unpraktisch erwiesen. Für alle drei Lernzielbereiche werden in der Praxis in der Regel nur zwischen 3 und 5 Taxonomiestufen verwendet.

In einer konstruktivistisch orientierten Didaktik werden 4 Stufen unterschieden:

  • faktisch richtiges Wissen
  • kontextbezogenes Anwenden von Wissen
  • Reflexion systemischen Agierens
  • konstruktivistischer Kontexttransfer

Team

von altenglisch team = Familie, Gespann, Nachkommenschaft; bezeichnet einen Zusammenschluss von mehreren untereinander abhängigen durch Arbeitsteilung/Arbeitsprozess Personen zur Erreichung eines bestimmten und gemeinsamen Ergebnisses.

Theorie

Gedankenmodell zum Erklären von Erscheinungen oder zur Konstruktion neuer Welten.

Trainer

Zeitgemäße Übersetzung des deutschen Begriffs „Übungsleiter“.

Training

Allgemeiner Begriff für alle Prozesse, die eine verändernde Entwicklung hervorrufen sollen; In ei dabei gibt der Trainer sowohl das Trainingsziel auch den Trainingsablauf vor, was der Trainee erlernen und umsetzen soll (sozial erwünschtes Verhalten);

Bevor der Begriff Trainer in die deutsche Sprache Einzug gehalten hat, hieß der Trainer schlicht „Übungsleiter“. Trainieren bedeutet nichts anderes als Üben. Was trainiert wird, wird durch andere entschieden und im Trainingsziel festgelegt. Ebenso wie trainiert wird.

In der Regel liegt der Fokus des Trainings auf dem Einüben von Methoden zur Erreichung einer bestimmten Absicht oder auch eines Ziels.

Ein Kommunikationstraining bedeutet sinngemäß, dass durch jemanden Inhalte zu diesem Thema ausgewählt wurden. Es wurde von jemandem ein Ziel festgelegt, das beschreibt, was durch das Training geübt werden soll. In der Praxis wird oft mittels eines dramaturgischen Arrangements verschiedener Methoden Kommunikation geübt.

Trainingsteilnehmer entscheiden selbst, ob das Eingeübte für Ihre Praxis attraktiv ist und ob sie es anwenden wollen.

Entscheidend für eine Veränderung durch Training ist die emotionale Attraktivität der Übertragbarkeit des Eingeübten in die individuelle Praxis.

Transaktionsanalyse

Als psychologische Theorie der menschlichen Persönlichkeitsstruktur wurde die Transaktionsanalyse vom US- amerikanischen Psychiater Eric Berne (1910–1970) begründet. In den 70er Jahren entwickelten Bernes Kollege Taibi Kahler und seine Mitarbeiter als Weiterentwicklung aus klinischen Beobachtungen heraus das Konzept der Antreiber.

Tugend

Der Begriff der Tugend ist etymologisch abgeleitet vom Begriff der Tauglichkeit. Unter Tugend wird traditionell eine Charaktereigenschaft, eine habituelle Disposition verstand, welche den Tugendhaften dazu disponiert, in tauglicher Weise wahrzunehmen, zu denken, zu fühlen und besonders sich zu verhalten und zu handeln, um ein bestimmtes normatives Ziel zu erreichen bzw. einen normativen Zweck zu erfüllen (Zweck des Kontextes oder Sinn).

Verhaltensalternative

im Coaching ist eine Verhaltensalternative eine neue/veränderte Vorgehensweise zur Entstehung einer Entscheidung. Die Entscheidung wird sichtbar im Handeln.

Vision

Vision ist die Erwartung einer maximalen Befriedigung der eigenen Bedürfnisse zu einem unbestimmten Zeitpunkt.

Werkzeug

Werkzeuge haben Einmaligkeitscharakter und werden innerhalb von Methoden angewandt, um einen bestimmten Zweck zu erfüllen.

Beispiel: Der Schraubendreher ist ein Werkzeug, das innerhalb der Methode „Schraubeneindrehen“ einen Beitrag dazu leistet, dass die Schraube eingedreht ist.

Im Coaching sind Werkzeuge z.B. Moderationskarten, Seile oder auch Fragen. Umgangssprachlich wird im Coaching unter Werkzeug oder engl. Tool all das verstanden, was dem Coach zur Verfügung steht, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Das kann Werkzeuge, Methoden, Modelle uvm. beinhalten.

Wert

Ein Wert ist das, was aus Sicht des, einen Kontext deutenden Individuums bzw. der einen Kontext deutenden Individuen wichtig bzw. bedeutend ist.

Werte dienen der Orientierung für attraktives Verhalten in einem Kontext.

Workshop

Allen Definitionen von Workshops gemein ist, dass sie das Wort „Arbeiten“ beinhalten. Es geht darum, gemeinsam einem Thema zu begegnen, Strategien zu entwickeln oder Probleme zu lösen. Ein Workshop hat daher immer eine Ergebniserwartung in Bezug auf das, was „erarbeitet“ worden sein wird. Wie konkret dieses Ergebnis auszusehen hat, ist vorher nicht festgelegt. Der Workshop stellt die Strukturen bereit aus denen ein Aktionsplan erfolgt. Der Workshopleiter verantwortet die Strukturen und greift zu keiner Zeit in die Lösungsentwicklung ein – er beschränkt sich auf das Moderieren.

Die Struktur des Workshops entscheidet darüber, ob sich jeder Einzelne motiviert einbringt und welche Qualität das Ergebnis erreicht.

Durch die aktive Beteiligung jedes einzelnen Teilnehmers wird eine hohe emotionale Bindung an das Ergebnis erreicht, so dass ein gemeinsam für die Praxis entwickelter Aktionsplan mit Motivation umgesetzt wird.

Ziel

Ein Ziel ist die bewusst angestrebte Befriedigung der eigenen Bedürfnisse zu einem bestimmten Zeitpunkt.